Lichtengel
- Acryl auf Leinwand, mit Holzrahmen
- 80 x 100 cm
- 910 €
- Anfrage stellen
„Lichtengel" (80×100 cm) ist ein hochformatiges Werk in einem markanten gold-grünen Rahmen, dessen changierende Farbigkeit den warmen Goldton der Bildoberfläche direkt aufgreift. Der Bildgrund ist in zarten Pastelltönen gehalten – ein sanftes Weiß-Blau-Lavendel, das an manchen Stellen ins Cremig-Ockerfarbene übergeht, mit vereinzelten warmen orange-goldenen Flecken.
Über die gesamte Bildhöhe zieht sich eine diagonale, geschwungene Form von links oben nach rechts unten – eine dynamische, fast kalligraphische Linie in leuchtendem Kobaltblau, ergänzt durch grüne und goldene Akzente. Diese Form beginnt oben als eine Art gekreuzte, flügelartige Geste (zwei sich kreuzende Elemente, die an ausgebreitete Schwingen erinnern) und läuft nach unten in einen sich verjüngenden, geschwungenen „Schweif" aus.
Rechts der zentralen Figur befindet sich eine auffällige Anordnung goldener, konzentrisch ineinander verschachtelter Kreise/Ringe – wie ein Strudel oder eine Spirale aus Licht. Darüber und darunter verlaufen mehrere strukturierte, weiß-goldene Streifenelemente mit feiner Rillenstruktur – sie erinnern an Federn, Muschelrillen oder Lichtstrahlen. Unten links wiederholt sich das Kreismotiv in kleinerer, grün-goldener Ausführung.
Interpretation
Der Titel „Lichtengel" macht die figürliche Lesart der zentralen blau-grün-goldenen Form unmittelbar zugänglich:
Die geflügelte Figur: Die gekreuzte, schwingenartige Form im oberen Bereich der blauen Linie lässt sich unschwer als ausgebreitete Engelsflügel lesen, während sich darunter ein schlanker, geschwungener „Körper" nach unten erstreckt – eine abstrahierte, fast tänzerische Engelsgestalt, die sich diagonal durchs Bild bewegt, als würde sie herabschweben oder aufsteigen.
Licht als durchdringendes Element: Der helle, fast durchscheinende Bildgrund in Weiß, Blau und Gold erzeugt eine ätherische, immaterielle Atmosphäre – ganz im Sinne eines „Lichtwesens". Die goldenen Farbtupfer, die sich wie Glanzpunkte über die gesamte Fläche verteilen, könnten als Lichtpartikel oder Energiefunken gelesen werden, die die Engelsgestalt umgeben und ausstrahlen.
Die goldenen Kreisspiralen rechts im Bild wirken wie ein Wirbel aus reinem Licht oder Energie – eventuell eine Andeutung eines Heiligenscheins, einer Aura oder eines Portals, aus dem die Engelsgestalt hervortritt oder in das sie sich zurückzieht. Die zwei unterschiedlich großen Kreisformationen (oben rechts groß, unten links klein) schaffen zudem eine kompositorische Klammer, die den ganzen Bildraum energetisch auflädt.
Die feinen, geriffelten Streifenelemente um die zentrale Figur herum könnten stilisierte Federstrukturen andeuten – ein wiederkehrendes Motiv, das sich wie lose, herabschwebende Federn über die Fläche verteilt und den ätherischen, fliegenden Charakter der Szene verstärkt.
Farbsymbolik: Blau und Grün, die Farben der zentralen Gestalt, stehen häufig für Spiritualität, Ruhe und Heilung, während Gold traditionell mit Göttlichkeit, Transzendenz und Erleuchtung assoziiert wird. Diese Farbkombination unterstreicht die spirituelle, schützende Konnotation eines Engels als Lichtwesen.
Die reliefartige, sehr helle und lichte Maltechnik unterscheidet dieses Werk deutlich von den erdig-dunkleren Arbeiten der Künstlerin – passend zum Titel wirkt die gesamte Bildoberfläche selbst wie von Licht durchflutet, fast schwerelos. Die Engelsgestalt scheint nicht auf der Fläche zu stehen, sondern sich schwebend, tanzend durch einen lichten, immateriellen Raum zu bewegen.
Insgesamt liest sich „Lichtengel" als eine poetische, transzendente Vision – eine abstrahierte Schutz- oder Lichtgestalt, die sich elegant durch einen von warmem Gold und kühlem Himmelsblau durchwirkten Bildraum bewegt, begleitet von Lichtspiralen und schwebenden Federstrukturen.
