Geschütztes Sein
- Acryl auf Leinwand, mit Holzrahmen
- 40 x 80 cm
- 640 €
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Dieses hochformatige Werk zeigt eine klar erkennbare, mandelförmige bzw. tropfen- oder flammenartige Zentralform, die fast das gesamte Bildformat vertikal durchzieht. Diese Form wird von einem dicken, goldbraunen Rand umschlossen, der wie eine gewundene, wurzel- oder rankenartige Umrandung wirkt und an mehreren Stellen mit kleinteiligen, blütenartigen Goldstrukturen besetzt ist – vor allem an den unteren Ecken und seitlich verdichtet. Im Inneren dieser umhüllten Form dominiert ein helles, changierendes Türkis- und Himmelblau, das nach oben hin heller und lichter wird, fast weiß im oberen Bereich. Die Oberfläche innerhalb der Form ist reich strukturiert, mit wolkigen, wellenartigen Reliefmustern, die an Wasser oder Licht erinnern. Außerhalb der zentralen Form ist der Bildgrund in kühlerem Grau-Blau gehalten, mit zwei symmetrisch angeordneten, rechteckigen Strukturfeldern oben links und rechts, die wie eingeritzte oder eingekerbte Reliefmuster wirken.
Interpretation
Der Titel *„Geschütztes Sein“* verweist unmittelbar auf die kompositorische Grundidee des Bildes: eine helle, zarte, fast lichtvolle Mitte, die von einem festen, kräftigen Rand umschlossen und behütet wird. Die goldene, dick aufgetragene Umrandung mit ihren blütenartigen Verdichtungen wirkt wie eine schützende Hülle oder ein energetisches Feld – vergleichbar mit einer Aura, einer Mandorla oder einer schützenden Membran, die das Innere vor äußeren Einflüssen bewahrt. Die mandel- bzw. flammenförmige Gestalt selbst erinnert an religiöse und spirituelle Bildtraditionen, in denen eine solche Form oft Heiliges, Transzendentes oder etwas radikal Wertvolles umschließt.
Im Inneren dominiert lichtes Türkis und Weiß – Farben, die häufig mit Reinheit, Ruhe, Klarheit und emotionaler Weite assoziiert werden. Der Umstand, dass die Form nach oben hin heller und offener wird, könnte auf eine Öffnung nach oben, auf Hoffnung oder eine spirituelle Ausrichtung hindeuten, während die goldene, fast wurzelartige Umrandung Stabilität und Erdung vermittelt. Das Zusammenspiel von schützendem Rand und lichter, freier Mitte lässt sich als Sinnbild dafür lesen, dass wahre Geborgenheit nicht Enge oder Verschlossenheit bedeutet, sondern einen Raum schafft, in dem sich etwas Zartes, Leuchtendes frei entfalten kann. Die beiden kühleren, strukturierten Nebenfelder im Hintergrund wirken wie eine ruhige, neutrale Außenwelt – klar abgegrenzt von der geschützten Innenwelt, doch nicht bedrohlich, eher wie ein stiller Kontrast, der die besondere Qualität des Inneren zusätzlich hervorhebt.
